MEHR ALS 90-JÄHRIGE PRODUKTION VON MAHLKÖRPERN

The Steel Ball Company (ehemals Helipebs Ltd) wurde am 7. Juli 1922 von Robert McDougall gegründet, um die Aktien von The British Carbonizing Co. Ltd zu erwerben und in der Quay Street in Gloucester Mahlkörper für die Zementindustrie zu produzieren.

Robert McDougall hatte zuvor mit William Fennell, einem erfahrenen Zementchemiker bei The British Carbonizing Co. zusammengearbeitet, bis dieser am Gedenktag des Endes des 1. Weltkrieges 1918 tödlich verunglückte, als sein Auto auf der Straße zwischen Gloucester und Mitcheldean ins Schleudern geraten war. William Fennell war der erste, der Helipebs (spiralförmig aufgewickelte Mahlkörper aus Stahldraht) entwickelt hatte. Damals wurden zwar bereits geschmiedete Stahlkugeln für die ersten Schritte des Zementmahlens verwendet, aber in den folgenden Schritten war man immer noch sehr von den Flintsteinen, die an den Stränden in Frankreich und Südengland gesammelt wurden, abhängig.

William Fennell konzentrierte seine umfassende und praktische Erfahrung auf das Studium der Effizienz von Mahlkörpern und hatte damit angefangen, mit neuen Entwürfen zu experimentieren. Nach gründlichen Tests wurde eine besondere Art der Aushärtung seiner Helipebs entwickelt, die ihnen den größtmöglichen Schutz vor Abnutzung boten. Der Erfolg der Helipebs führte letztendlich zu dem Schritt, über den zuvor lange nachgedacht worden war: der Eröffnung eines Werks, das sich auf die Herstellung von Mahlkörpern konzentrieren würde.

Von Anfang an war es ziemlich offensichtlich, dass die Produktion größer als allein in Großbritannien benötigt sein würde. Robert McDougall war jedoch davon überzeugt, dass auf dem Weltmarkt für seine zylindrischen Stahlprodukte ein fester Platz vorhanden war, wenn er sie nur erfolgreich vermarkten konnte. Obwohl sich der Handel noch nicht vollständig vom Ersten Weltkrieg erholt hatte, traf er die mutige Entscheidung, auf der Suche nach potentiellen Exportgeschäften in verschiedene Überseeländer zu reisen, anstatt einfach nur auf eine Briefkampagne zu vertrauen.

Nach Abschluss eines Handelsjahres belieferte das Unternehmen verschiedene Mahlwerke in Schweden, Spanien, Mosambik, Niederländisch-Indien, Australien, Indien und Japan mit seinen Mahlkörpern. Anfang des Jahres 1949 reiste Robert McDougall sogar durch Südafrika und Rhodesien (heute Simbabwe) und gewann in jedem Mahlwerk dieser Länder, ob bereits in Betrieb oder noch in der Bauphase, neue Kunden. Außerdem gewann er Interesse daran, auch in der Bergbauindustrie tätig zu werden. In seiner Verpackungsabteilung waren Behälter gestapelt, die mit den Namen der Welthäfen beschriftet waren.

Das Alter und das sehr hoch angestiegene Geschäftsvolumen machten es Robert McDougall schließlich unmöglich, weiterhin die Leitung der internen Unternehmensvorgänge zu übernehmen und gleichzeitig für Geschäftsverhandlungen und die Steigerung des Geschäftswertes zu reisen. Die Helipebs Ltd ernannte einen stellvertretender Leiter und einen Geschäftsführer, und im Jahr 1955 zog das Unternehmen in die Charles Street in Gloucester, damit es seine Tätigkeit auf die Arbeit mit Subunternehmern und auf die Buntgussarbeit ausweiten konnte.

Nach etwa vierzig Jahren einer ständigen Weiterentwicklung erwarb das Unternehmen im Jahr 1965 die erste Hightech-Kugelwalze der westlichen Welt für die Herstellung einer Reihe von kohle- und mangangeschmiedeten Stahlwalzkörpern. Der Hauptvorteil dieser Präzisionskugeltechnik im Vergleich zu traditionellen Schmiedemethoden war der ununterbrochene Körnerstrom, der dadurch erreicht wurde. Die Mahlkugeln wurden direkt von einem Rundstab aus Kohle und legiertem Stahl gerollt und im Anschluss einer internen Wärmebehandlung und gleichmäßigen Abkühlung unterzogen, sodass eine gleichmäßige Härte gewährleistet werden konnte, was für eine regelmäßige Abnutzung von entscheidender Bedeutung war.

Nach drei Generationen in Familienbesitz wurde das Mahlkörperunternehmen Helipebs im Jahr 2011 an Laurence McDougall, John Thompson und John Wraith verkauft, die gemeinsam einige Stahlbetriebe leiten (darunter All Steels Trading, Tomrods, Special Steel Sections und Steelstock Services). The Steel Ball Company ist der einzige Hersteller von Mahlkugeln aus Stahl in Großbritannien. Die Produkte kommen in Kraftwerken, im Bergbau und bei der Zementherstellung zum Einsatz.

Zwischen 1970 und 2014 wurde das Unternehmen erfolgreich von seinem Standort in der Sisson Road in Gloucester aus geführt, wo eine Reckwalze mit einer Herstellungskapazität von 15.000 Tonnen Stahlmahlkugeln jährlich betrieben wurde. Die Durchmesser dieser Kugeln betrugen 16 bis 70 mm. Von diesem Standort aus war es zudem möglich, gehämmerte, geschmiedete Stahlkugeln aus ausgewählten Kohlenstoff- und legierten Stählen herzustellen, die für die halbautomatische und primäre Mahlung eingesetzt werden, wohingegen Stahlkugeln mit einem Durchmesser von mehr als 70 mm in Schlagmühlen Verwendung finden.

Im Jahr 2014 erfuhr das Unternehmen ein starkes Wachstum bei den Exportumsätzen sowie eine steigende Nachfrage auf dem britischen Markt nach lokal hergestellten Mahlkörpern – dadurch erwies sich der Standort in Gloucester als zu eingeschränkt und nicht für künftige Nachfrageanstiege geeignet. Es wurde somit entschieden, das Unternehmen nach Scunthorpe in North Lincolnshire zu verlegen. Dieser neue Standort verfügt über zwei große Betriebsanlagen sowie über eine Gesamtfläche von über 8000 Quadratmetern, sodass das Unternehmen seine Auswahl an verschiedenen Kugelgrößen erweitern und seine Produktion verdreifachen kann. Zudem verfügt der neue Standort über exzellente Anbindungen an Transportwege mittels Straße, Zug oder See sowie einen lokalen Flughafen, wodurch die Geschäftsentwicklung noch weiter gefördert wird. Die örtlichen Häfen ermöglichen uns eine Produktauslieferung von Großbritannien an das europäische Festland innerhalb von 48 Stunden nach Auftragseingang. Zudem finden sich im Umland sehr begabte und erfahrene Arbeiter, die zusätzlich zum Betriebswachstum beitragen.

Im Jahr 1953 sagte Robert McDougall: „Es gibt keinen Grund zur Annahme, dass wir das Ende der Entwicklung der Mahlkörperformen erreicht haben.“ Seine Leidenschaft und Vision für die britische Mahlkörperherstellung wird von allen neuen Eigentümern der Steel Ball Company respektiert und geteilt.